“Not sehen und handeln”

07. Juni 2015

Zum derzeitigen Stand der angekündigten Schließung des Altenzentrums St. Nikolaus in Landstuhl erklärt der Landtagsabgeordnete Marcus Klein (CDU):

„Die Bestürzung über die Entscheidung, das Altenzentrum St. Nikolaus in Landstuhl zu schließen, ist mit den Händen zu greifen. Es macht traurig und betroffen, dass alte Menschen nun auf Grund einer betriebswirtschaftlichen Entscheidung ihre Heimat und ihr gewohntes Umfeld verlieren sollen.
Zahlreiche Angehörige haben mich in den letzten Tagen darauf angesprochen. Einige sind regelrecht verzweifelt ob der Schließung, insbesondere auch, weil die Entscheidung für die Bewohner, Mitarbeiter und Angehörigen sehr plötzlich kam, und die verbleibende Zeit kurz ist.
Ich habe mich daher schon vor einigen Tagen an die Leitung der Einrichtung gewandt und ein langes Gespräch zur Schließung und den Folgen geführt. Dabei ist deutlich geworden, dass die unmittelbar benachbarten Altenzentren, die als Ausweichlösung in Frage kommen, derzeit nicht über die Kapazitäten verfügen, alle Bewohner aufzunehmen.
Sicher, einige Bewohner und deren Angehörige haben schon gehandelt und sind in anderen Heimen, vielleicht sogar einer „Wunsch-Einrichtung“ untergekommen. Aber es wird in der Kürze der Zeit kaum gelingen, alle Bewohner nach ihrem persönlichen Betreuungsbedarf und in Abstimmung mit der Lebenssituation der Angehörigen passend zu versorgen. Dies muss aber in jedem Fall gewährleistet sein und muss auch beim Träger oberste Priorität haben!
Mir fehlt daher das Verständnis dafür, dass St. Nikolaus schon in diesem Jahr geschlossen werden soll. Es ist bestenfalls mit der noch fehlenden Abstimmung mit benachbarten Trägern zu erklären, dass nicht die Eröffnung neuer, zum Teil bereits im Bau befindlicher Einrichtungen abgewartet werden kann.
Ich habe daher den Bischöflichen Beauftragten für die Caritas im Bistum Speyer, Domkapitular Hundemer und Herrn Caritasdirektor du Bellier schriftlich gebeten, dass die Schließung des Altenzentrums in Landstuhl nochmal überdacht wird. In jedem Fall muss der Termin der Schließung um einige Monate verschoben werden.
Weiter habe ich angeregt, einen „Runden Tisch“ aller Verantwortlichen und Betroffenen -Caritas, Bewohner, Angehörige, Mitarbeiter und Vertreter der Kommunalpolitik- einzuladen. Dazu sollten auch die Träger der benachbarten Einrichtungen eingeladen werden, um möglichst zeitnah Lösungen für Bewohner und Mitarbeiter zu finden. Meine Hilfe bei der Organisation einer solchen Gesprächsrunde biete ich ausdrücklich an.
Außerdem habe ich eine Anfrage an die Landesregierung gestellt, um einen aktuellen Überblick über das Betreuungsangebot in unserer Region zu erhalten.
Ich hoffe sehr, dass schon bald eine Lösung gefunden wird, mit der alle Betroffenen leben können. Dazu ist nun allerdings Bewegung auf Seiten der Caritas gefordert.
Einer kirchlichen Einrichtung, die sich selbst dem Motto „Not sehen und handeln“ verpflichtet, sollte das nicht schwer fallen.“