Lehrkräfte dürfen nicht zu Saisonarbeitern werden!

22. Juli 2015

Wie der überregionalen Presse jetzt zu entnehmen war, stiegen im vergangenen August die Anzahl der arbeitslosen Lehrkräfte in Rheinland-Pfalz von 223 auf 1011 an. Der CDU-Landtagsabgeordnete Marcus Klein aus Ramstein-Miesenbach kritisiert die Praxis der rheinland-pfälzischen Landesregierung bei der Vergabe von Zeitarbeitsverträgen für Lehrkräfte im Schuldienst.

Das Land befristet teilweise Arbeitsverträge von Lehrkräften bis zum Beginn der Sommerferien und lässt neue Verträge nach den Sommerferien dann wieder beginnen. Klein: „Das bedeutet für viele Lehrer, dass sie sich für genau diese Zeit, für etwa 6 Wochen, arbeitslos melden müssen. Der Bezug von Arbeitslosengeld oder sogar Hartz IV steht dann an. Ungewiss ist für die gut ausgebildeten Lehrkräfte aber auch, ob man nach den Ferien wieder einen Vertrag und somit eine Anstellung im Schuldienst in Rheinland-Pfalz bekommt.“ Es gelte dann abzuwarten und zu hoffen, so Klein. Oftmals bis kurz vor Ende der Schulferien und sogar noch in den ersten Wochen des neuen Schuljahres. „Planungssicherheit für junge Menschen sieht deutlich anders aus“, kritisiert Klein und führt weiter aus: „Doch gerade beim öffentlichen Dienst sollte der Arbeitgeber eine Vorbildfunktion haben. Aber diese gängige Praxis ist alles andere als Vorbild und erinnert an die Saisonarbeit in anderen Berufsbranchen. Die Gewerkschaften, darunter die GEW, sprechen sogar von Ausbeutung und Kettenarbeitsverträgen. Für viele junge und gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer bleibt dann nur der Wechsel in ein anderes Bundesland, weil sie für sich in Rheinland-Pfalz leider keine Perspektive sehen.“

Wie viele Lehrer im Landkreis und der Stadt Kaiserslautern davon betroffen sind, das will Klein jetzt durch eine Kleine Anfrage herausfinden. Auch den Hintergrund dieser vom Land betriebenen Praxis hat der Abgeordnete angefragt. „Mich haben in den vergangenen Tagen viele Zuschriften von betroffenen Lehrern erreicht. Alle schilderten mir diese Praxis und klagten über Perspektivlosigkeit, sogar teilweise über Existenzängste“, so Klein abschließend.

Kleine Anfrage:
Arbeitsverträge von Lehrkräften in Stadt und Landkreis Kaiserslautern

Ich frage die Landesregierung:

Wie viele Verträge von Lehrkräften (inkl. Vertretungslehrkräften und PES-Kräften) bestehen im Monat Juli 2015 in Stadt und Landkreis Kaiserslautern? (Angaben bitte nach Stadt und Landkreis, Schulart und Vollzeitäquivalenten gliedern).

Wie viele dieser Verträge enden zum Beginn der Sommerferien? 
(Angaben bitte nach Stadt und Landkreis, Schulart und Vollzeitäquivalenten gliedern).

Wie viele dieser Verträge haben eine Laufzeit über die Sommerpause hinaus?
(Angaben bitte nach Stadt und Landkreis, Schulart und Vollzeitäquivalenten gliedern).

Wie viele dieser Verträge werden voraussichtlich zum Beginn des neuen Schuljahres wieder abgeschlossen und wann werden die Betroffenen dann voraussichtlich informiert?

Warum laufen die Verträge zum Beginn der Sommerferien aus?

Wie hoch sind die Einsparungen des Landes durch diese Maßnahme?